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Blog Hydraulisch durch die Nacht – Gespräch über RC-Filmproduktion


Hydraulisch durch die Nacht – Gespräch über RC-Filmproduktion


In einem zweiten epischen Kurzfilm gehen die Bauarbeiten an der Miniatur-Biogasanlage auf Epicvill weiter. Dieses Mal kommt schweres Gerät zum Einsatz. Mit unserem großen Vollmetall-Bagger G308H in Weiß hebt Jan Aden nämlich die Grube für die künftige 600 Liter Güllelagune aus, die den nächsten Meilenstein seiner wachsenden Anlage darstellen soll. In einer kleinen Geschichte in Szene gesetzt, haben wir begleitend die Gelegenheit genutzt, ein paar Fragen zu Jans Filmproduktion zu stellen.

Hier geht es zu Teil 1 der Blogartikel-Serie

Direkt zum Video

 

Jan, wie kommen die Bauarbeiten an deiner Miniatur-Biogasanlage voran?

Jan Aden (lächelt): Nun ja, wie im neuesten Video zu sehen, werden inzwischen durchaus Nachtschichten eingelegt. Meine Anlage ist jetzt zu etwa einem Drittel fertig, die geplante Güllelagune der nächste Meilenstein. Ich bin mit den Fortschritten zufrieden. Die Witterung stellt, wie auf echten Baustellen, momentan natürlich ein gewisses Hindernis dar. Wenn zusätzlich noch gefilmt werden soll, ist das Daumendrücken nochmal stärker, dass das Wetter wie geplant mitspielt. Gleichzeitig ergeben sich aber auch neue interessante Möglichkeiten für das Drehen.

 

Einsätze in der Nacht – was sind die Vorzüge und Herausforderungen für einen Filmdreh bei Dunkelheit?

Jan Aden: Kurz gesagt, das Licht und das Licht. Mein Ansatz ist ja, durch „epische Shots“ für eine bestimmte Atmosphäre zu sorgen, die neben den Schnitteffekten auch entsprechend musikalisch untermauert wird. Beim sogenannten „Low Light“, wo es keine natürlichen Lichtquellen gibt, wird die dunklere Umgebung genutzt, um eine beabsichtige Stimmung zu transportieren. Gerade größere RC-Modelle wirken in den Detailaufnahmen dann nochmal anders. Deren eigene Beleuchtung kommt zur Geltung, wodurch eine weitere Facette gezeigt werden kann. Gleichzeitig ist der Mangel an Licht aber eine zu bewältigende Aufgabe, weil das Ergebnis normalerweise ein körniges, kontrastärmeres, ungesättigtes Videomaterial ist. Da muss das Equipment stimmen und Zeit in die Nachbearbeitung gesteckt werden. Aber grundsätzlich finde ich, dass echte Nachtaufnahmen oder in Dämmerung einfach etwas für sich haben. Deshalb habe ich dieses Mal welche eingestreut.

 

Im Rahmen deiner Epic-Kurzfilme kommt auch der Humor nicht zu kurz, der Einstieg des neuen Videos lädt zum Schmunzeln ein…

Jan Aden: Ja genau, ab und zu darf man sich auch mal selbst etwas auf den Arm nehmen. Und die Kombination aus zwinkerndem Auge und epischer Inszenierung macht für mich ohnehin den Reiz raus. Ähnlich wie bei eurem Action-Video zu den Mercedes-Benz Arcos Feuerwehrfahrzeugen ging es mir darum, eine kleine lustige Geschichte zur Auflockerung zu erzählen. Neben zwei überzeugenden Schauspielern und einem Wachhund als Komparse bot sich mir so die Chance, nicht nur Drehbuchschreiber, Regisseur und Kameramann in einer Person zu sein, sondern dazu auch der Hauptdarsteller mit der Fernsteuerung in der Hand … aber die anderen haben in ihrem Kurzeinsatz ebenso eine gute Figur gemacht (zwinkert).

 

Bei fast 50kg Gesamtgewicht des Lieferumfangs unseres Vollmetall-Baggers G308H waren helfende Hände auch dringend notwendig.

Jan Aden: In der Tat, es war nicht nur ein Härtetest für den Bagger auf Epicvill, wo für das Ausheben meiner Güllelagune dieser Gigant im Maßstab 1:13,5 zeigen durfte, was er kann – sondern auch für die beiden Jungs. Sie haben aber, wie man sehen kann, keine Miene verzogen. Ich bin mir nicht sicher, ob das ohne entsprechende Regieanweisung auch so gewesen wäre (grinst). Da muss ich mir die Outtakes nochmal ansehen, ob sie permanent so cool geblieben sind. Bei einem Filmdreh kommt ja doch einiges an Material zusammen.

 

Wie entsteht denn so ein Kurzfilm, was sind die typischen Abläufe?

Jan Aden: Also zunächst ist zu wissen: ein Film beginnt niemals mit den Filmaufnahmen, sondern mit einer grundlegenden Idee. Diese Idee wird im Vorfeld ständig verfeinert, umgebaut und angepasst bis sie für alle Beteiligten umsetzbar ist. Dazu zählen, wie in diesem Fall, auch die Schauspieler und Steuermänner oder -frauen der RC-Modelle. Vor Ort beim Dreh muss auch immer wieder feinjustiert werden. Szenen werden wiederholt. Manchmal gibt es noch einen spontanen Einfall. Beim G308H wurde konkret über vier Tage verteilt gefilmt. Nach diesen Dreharbeiten steht zunächst die doppelte, meist sogar dreifache Datensicherung auf Servern, externen Festplatten etc. an. Anschließend folgt die Arbeit am Film selbst in Form des Videoschnitts, bei mir in Adobe Premiere Pro: d.h. Import, Anpassung, Proxierung, Rohschnitt, Hauptschnitt, Effektierung, Farbkorrekturen, Abstimmungen der Tonspuren, das Rendern und der richtige Export. Der Film wird auf meinem Kanal in 4K gezeigt. Für das jetzt etwa 9-minütige Video habe ich ca. 23 Stunden allein für den Schnitt benötigt. Wenn es sich um eine richtige Auftragsarbeit handelt, dann kommen zusätzlich Änderungswünsche und Feinabstimmungen ins Spiel.

Und wie kam es bei dir zu der Idee, überhaupt Videos zu drehen und auf einem eigenen YouTube-Kanal zu veröffentlichen?

Jan Aden: Mich brachte ein Kumpel früher beim Leistungssport darauf. Er filmte mich als Athlet, weil ich, bei aller Bescheidenheit, durchaus nicht so schlecht war. Anfangs noch vor der Kamera, entwickelte sich schnell eine Neugierde, was derjenige hinter der Kamera da eigentlich genau macht. So wurde eine Interessenskette bei mir angestoßen. Ich habe selbst ein bisschen ausprobiert, mit der Zeit einen eigenen Filmstil entwickelt. Irgendwann entschied ich mich auf einem Samstag ein mir bekanntes Lohnunternehmen zu verfilmen, da mich die Landmaschinentechnik privat einfach brennend interessiert. Das Video setze ich wenige Tage später online. Es wurde sehr schnell bekannt und ging schnell rum, sodass ich schlagartig bemerkte: dies könnte mein neuer Lebensweg werden.

 

Mit „Epicvill RC“ hast du jetzt sogar einen Zweitkanal eröffnet. Reicht der Hauptkanal mit über 24.000 Abonnenten nicht mehr aus?

Jan Aden: Meine Vorstellung hinter und mit Epicvill ist, über diese Miniatur-Anlage im Garten ein eigenes Setting zu schaffen, in dem passende Funktionsmodelle der verschiedensten Art beim Einsatz gezeigt werden können. Insofern ist das Publikum klarer ansprechbar, weshalb sich ein eigener Kanal dafür als Angebot allein schon meines Erachtens eignet. Die Filme sollen ja einen Zusammenhang bilden, auch im Entstehen der kompletten Anlage. Derzeit werden alle RC-Videos parallel auch auf „Epicfarming“, meinem Hauptkanal, veröffentlicht. Bei den Landmaschinen-Fans, die sich für actionreiche Beispiele aus dem Fuhrpark in Groß begeistern, gibt es genügend Leute, die sich auch für den Modellbau interessieren. Umgekehrt wird es viele Modellbauer geben, die das Feeling in Klein lieben, und ebenso Videos zu den Fahrzeugen in Echt gerne schauen. Trotz der größeren Schnittmenge lässt sich jedoch nicht ganz ausschließen, dass alle immer alles mit gleicher Vorliebe mögen. Ein Splitten der Kanäle ermöglicht, den Interessen noch besser gerecht zu werden. Was das Drehen angeht, macht mir persönlich beides gleich viel Spaß.

Welche Ausrüstung nutzt du für das Filmemachen und was waren rückblickend Meilensteine beim Equipment?

Jan Aden: Jeder fängt, wahrscheinlich, zunächst erstmal kleiner an und steigert sich dann – mittlerweile nutze ich Filmtechnik, die teils auch für teure Produktionen der Profis genutzt wird. Bei dem jetzigen Video, wo neben dem großen Vollmetall-Bagger G308H auch wieder euer Radlader in Petrol zu sehen ist, habe ich u.a. zwei Sony PXW FS5 und einen DJI Ronin RS2 verwendet. Letzterer ist ein sogenannter Gimbal, ein Stabilisator, der es ermöglicht, Bewegungen bei der Kameraführung auszubalancieren. Das ist für meine Anforderungen enorm wichtig. Unter meinen Videos liste ich in der Beschreibung üblicherweise für Interessierte das verwendete Equipment auf. Wenn jemand genauere Infos möchte, kann er mir gerne einen Kommentar hinterlassen. Ein Meilenstein war der Wechsel der Sensor-Größen. Ich plane derzeit den Umstieg von APS-C Sensor-Größe auf Vollformat. Dadurch ergeben sich größere Gestaltungsspielräume mit der Tiefenschärfe bei entsprechenden Nahaufnahmen – das ist gerade für Aufnahmen von RC-Modellen interessant. Was aber wiederrum bedeutet: nicht nur die Kameras müssten neu angeschafft werden, sondern auch entsprechende Objektive.

 

Wenn jemand keine so professionelle Ausstattung besitzt, aber seine Modelle filmen möchte – worauf sollte beim Dreh z.B. mit dem Handy geachtet werden?

Jan Aden: Pauschal ist da eine Antwort natürlich gar nicht so einfach. Wichtig wäre hier im Voraus zu wissen, welches Format später gewünscht ist und wozu das Video eigentlich dienen soll. Möchte ich im privaten Rahmen einfach meinen neuesten Erwerb stolz präsentieren oder darf es gleich das ganze Internet als Publikum sein? Bei klein-sensorischen Kameras wie Handys, darf man allerdings nicht zu viel erwarten. Das muss auch unbedingt bedacht werden, weil man sonst schnell die Motivation verliert, wenn das Ergebnis eben kein Hollywoodfilm geworden ist, obwohl es im Kopf vielleicht einer sein sollte. Ein erster wichtiger Lernschritt ist – unabhängig vom Equipment –, mal ganz bewusst zu filmen, d.h. nicht einfach nur draufzuhalten, sondern sich wirklich vorher zu überlegen, was ihr wie warum zeigen möchtet. Haltet die ersten Versuche ruhig kurz und einfach. Baut dann erste Perspektivwechsel mit ein, die entsprechend geschnitten werden, und schaut, wie ihr Licht und Schatten aktiv nutzt. Im Netz gibt es viele hilfreiche Tutorials. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, wie man so schön sagt.

 

Video

David
Redaktion
Amewi
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